Home
Ägypten - Nil
Ägypten - Kairo NEU
Ägypten - Rotes Meer
Dominicanische Rep.
Griechenland Kos
Griechenland Santorin
Indonesien Bali 2002
Indonesien Bali 2008
Italien Rundreise
Italien Toskana
Kuba
Marokko
Österreich
Portugal Madeira
Schweden
Thailand
USA Florida
Werben auf WP
Wir über uns
Links
Kontakt
Impressum
 
 
 
Empfehlung
ski-outdoor-shop.de
Partner
  HolidayCheck
 
 
Schweden 2009 • Kanu-Tour im Dalsland
 

Als wir im Herbst 2008, inmitten der Stadt Köln, bei Tina und Volker zusammen sitzen, entsteht die Idee, im kommenden Sommer eine gemeinsame Kanu-Tour durch Schweden zu verwirklichen. Wer uns kennt weiß, gesagt getan. Wir legen einen Zeitplan fest, welche Region es sein soll und wie lange wir on tour sind. Die beiden kölsche Bewohner Tina und Volker sind uns richtig gute Freunde geworden und bereits erfahre Kanuten. Sie waren 2001 schon einmal auf diese Art in Skandinavien unterwegs. Wir können uns somit etwas entspannt zurück lehnen und uns auf die Erfahrung der Beiden verlassen. Die Ausrüstung für die bevorstehende Tour ist eigentlich schon vorhanden, schließlich sind wir alle seit Jahren gerne in der freien Natur unterwegs.

Im Juni 2009 ist es dann soweit. Tina und Volker sind bereits seit einem Tag mit dem Auto auf den Weg nach Göteborg. Dort wollen wir uns vor der Tour durch das schwedische Dalsland treffen. Antje und ich starten hier in Bayern einen Tag später. Der Grund ist einfach, wir reisen mit dem Flieger an und sind somit um einiges schneller. Pünktlich um 12.30 Uhr landet unsere Air Berlin Maschine in Göteborg. Wie vereinbart sind auch Tina und Volker schon da um uns abzuholen, alles klappt perfekt.

Nach kurzer Fahrt in Richtung Innenstadt erreichen wir unsere von Köln aus vorgebuchte Jugendherberge. Würde ich diese Reise noch einmal tun, dann ginge es direkt vom Flughafen aus in Richtung Dalsland, die zwei Stunden fahrt machen das Kraut auch nicht mehr fett. Vor Ort gibt es nette kleine Häuser mit Zimmervermietung.

Bevor es zum Paddeln geht, verbringen wir noch einen gemütlichen Tag in der Stadt bei Nachmittags-Kaffee und gutem Essen am Abend. Anschließend geht es gemütlich zurück zur Jugendherberge, unterwegs fällt uns auf, dass es hier zu später Stunde nicht dunkel wird. Die Sonne will hier eine Woche vor Mittsommer einfach nicht untergehen. Ehrlich gesagt hat mir das die gesamte Woche über gut gefallen. Man sitzt abends um 23.00 Uhr am Lagerfeuer und es ist gefühlt dunkel wie bei uns in Bayern um 19.00 Uhr. Für alle Outdoorler hier gleich mal ein Tipp vorweg, die Stirnlampe kann getrost daheim bleiben – ganz sicher! Wer Zuhause mit geschlossenen Rollos schläft, sollte sich etwas einfallen lassen. Wie schon gesagt, es wird hier einfach nicht dunkel!

Der Tag, der so lange herbei gesehnt wurde, ist nun da. 7.00 Uhr, der Wecker klingelt – ich wecke die Anderen und stürme geradewegs auf das Zimmmer-Fenster zu. Der Rollo geht hoch und die Sonne scheint. Juhuuu, wir haben Glück unsere Tour 2009 startet mit Sonnenstrahlen auf der Haut. Nach einem reichlich und leckeren Frühstück in der Jugendherberge geht es direkt nach Dalsland. Dieses liegt ca. 200 Kilometer nördlich von Göteborg und ist ein Seengebiet mit der vierfachen Größe des Bodensees. Hier kann man sich förmlich Wochen lang kaputt Paddeln und man kommt trotzdem nicht zweimal an der selben Stelle vorbei.

Bevor wir unsere Kanus mieten und los fahren kommt der wichtigste Part dieser Tour - der große Einkauf! Genau für eine Woche muss Essen und Trinken auf Vorrat gekauft werden. Das macht Laune, unser Einkaufswagen ist voll mit Dingen die nicht nur satt machen, sondern auch richtig gut schmecken. Ganz viel zu Naschen muss natürlich auch mit, denn Schoki macht ja bekanntlich glücklich. An dieser Stelle muss auch der Karton Wein, viele Dosen Bier, die Flasche Küstennebel und die Bottle Jim Beam für die Männer erwähnt werden. Dazu kommen noch Chips, Chili Nüsse, Gummibären, Marshmallows, Schokoriegel und ganz viel mehr. Eben alles was eigentlich Kinderherzen höher schlagen lässt und super gut für die Hüfte ist. Wer aber den ganzen Tag an der frischen Luft paddelt, der hat sich am Abend auch eine Belohnung verdient. Schließlich haben wir ja Urlaub. Nachdem nun der Kofferraum, die Rücksitzbank und einfach jede Ritze von Volkers Auto voll ist, wird es Zeit das wir alles in unsere Boote umladen.

Unweit von unserem Supermarkt ist der Kanuverleih, wir steuern diesen direkt an, leihen uns zwei Boote, dazu drei wasserdichte Tonnen um unser Hab und Gut sicher zu verstauen und los geht das Krisenmanagement. Nachdem alles aus dem Auto raus ist und auf der Wiese vor uns ausgebreitet, wird uns klar, was wir da kommende Woche mitschleppen müssen. Gott sei Dank steht uns keine Wanderung bevor, ich würde das beim besten Willen nicht tragen wollen. Für die Kanus ist das aber kein Problem, die können mit bis zu 400 Kg beladen werden.

Wir stechen in See, das Einlassen und Beladen der Boote verläuft unkompliziert. In nur wenigen Minuten sind wir mitten auf dem Dalsland Silverlake, genau dort wo wir soooo lange sein wollten. Das Rudern geht so einfach wie Radfahren, man hat den Eindruck es schon immer zu beherrschen. Was für ein Gefühl von Freiheit, nur wir, die zwei Boote und vor uns eine endlos weite skandinavische Seen-Landschaft. Nach bereits zwei Stunden gemütlichem dahin paddeln steuern wir die erste Insel aus reiner Neugierde an. Dort angekommen stellen wir fest, dass wir diese eigentlich gar nicht betreten dürfen. Es stehen Warnschilder auf der Insel, hier ist ein Naturschutzgebiet für Vögel. Super ist natürlich, das man die Schilder erst lesen kann, wenn man bereits auf der Insel ist. Für den Rest der Woche wissen wir nun wie diese von weitem aussehen und werden uns davon fern halten.

Nach gut einer weiteren Stunde Paddeln finden wir einen super schönen Lagerplatz inmitten einer kleinen Insel. Überglücklich so einen klasse Ort gefunden zu haben, stellen wir unsere Zelte auf und richten uns häuslich ein. Volker bereitet uns leckeren Tee und Kaffee, macht Holz für das Lagerfeuer und kümmert sich als gute Seele um uns alle. Zu guter letzt spielt er uns ein Liedchen auf der Gitarre vor – OUTDOOR PUR! Ich kann es voller Euphorie kaum erwarten die Angel zu schmeißen und will uns unbedingt einen Fisch fangen ... und fangen ... und fangen ... aber es tut sich nicht´s. Tina und ich versuchen es zu zweit ... fangen ... und fangen ... und fangen ... aber Fehlanzeige, die Fische wollen nicht so wie wir. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, das dies die ganze Woche so bleiben wird. Unermüdlich werfen wir täglich mehrere Stunden die beiden Angeln, sogar in Doppelschicht – es soll uns aber einfach nicht gelingen. Bis zum letzten Tag geben wir nicht auf. Erst als der letzte Blinker am Seeboden verschollen ist, sitzen wir frustriert am Ufer. Volker hatte zwischenzeitlich mal einen Kameraden an der Angel, aber leider kurz vorm erfolgreichen Fang wieder verloren. Er ist ihm förmlich von der Angel gesprungen, was für ein Pech.

Für den ersten Abend haben wir gleich mal 2 Kg Fleisch zum Grillen eingekauft, der provisorische Globetrotter-Grill wird über dem Lagerfeuer aufgestellt und soll uns dazu verhelfen satt zu werden. Beim ersten Versuch ist das Fleisch nicht ganz durch, hier und da geht uns auch mal ein Stück verloren, vor allem die Zucchini auf dem Rost hat einen hohen Schwund, zack und weg ist die Scheibe. Der Umgang mit dem wackeligen Grill muss geübt sein, wir haben aber genug Material zum üben dabei ;-)!

Während der Grillerei verzieh ich mich wieder zum Angeln, Tina hat sich der Essenszubereitung angenommen und beherrscht das richtig gut. Nach nur wenigen Minuten schreit es aus dem Wald „die Steaks sind fertig“ und tatsächlich, ich werfe meine Angel in die Ecke und genieße erst einmal mein super gegrilltes Steak auf Barbecue Sauce mit Brötchen. Ein vom See gekühltes Bier darf hier natürlich auch nicht fehlen.

Nach dem Essen wird täglich traditionell genascht, lecker ist das – einfach lecker. Zu später aber heller Stunde verschwinden wir in unseren Schlafsäcken. Antje und ich setzten hier auf die neuen Deuter Exosphere Säcke und waren damit super zufrieden. Vor allem die Dehnbarkeit der Schlafsäcke macht sich positiv bemerkbar.

Gute Nacht!

Am nächsten Tag bleibt uns die Sonne noch treu. Bis zum Ende der Woche allerdings verändert sich das Wetter Stück für Stück zum negativen. Skandinavien eben, da ist mit allem an Wetterbedingungen zu rechnen – eben auch mit Regen. Schweden ist nun mal nicht Spanien, wobei wir an kalten Tagen mit dem Reiseziel im Süden schon gerne mal getauscht hätten. Vor allem unsere weiblichen Begleiter wünschten sich, und wenn auch nur für kurz, ein super schönes Hotel mit einer warmen Dusche.

Die folgenden Tage sind wir egal bei welchem Wetter dem Dalsland treu geblieben. Mal wurde mehr, mal weniger gepaddelt. Wir haben in unseren Schlafsäcken gerollt wie die Murmeltiere, gehofft das die Zelte dicht halten, gut gefrühstückt, unermüdlich geangelt, abends lecker gekocht und die letzten Stunden des Tages in gemütlicher Runde am Lagerfeuer verbracht. Auch bei schlechtem Wetter hat das Outdoorerlebnis mit dem Kanu seinen Reiz, Sonnenschein ist aber schon schöner, das ist klar.

Ich will hier nicht jeden Flusslauf und das tägliche paddeln auf dem See beschreiben. Auch nicht, wenn meine Antje, mal eine komplette Tomatensuppe im Waldboden verschwinden lässt oder Volker das rettende Boot verfehlt und mit seinen himmelblauen Crocs im See versinkt J. Das alles können die super schönen Fotos in der Bildergalerie viel besser.

Wer Informationen zu einer Dalsland Tour braucht, kann sich gerne per Mail an mich wenden. Ich helfe mit bestem Wissen und Gewissen weiter.

 
© Jörg Jahn • post@world-pictures.de