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Kuba 2011 • Rundreise Kuba West und Varadero
 

Schon kurz nach meiner Ankunft in Havanna war mir klar, dass ich diesen Bericht hier mit dem Satz „Traumreise der Kontraste“ beginnen muss. Kaum eine andere Reise bisher hatte diese Kluft zwischen Arm und Reich, Kapitalismus und Sozialismus. Nun aber von vorn.

Bei schönem Herbstwetter sind wir auf dem Weg nach Frankfurt. Wieder einmal war die Option „Zug zum Flug“ dabei und wir haben sie gerne genutzt. Wenn es uns möglich ist, reisen wir immer einen Tag früher an. Nach der Ankunft in fernen Ländern lernt man die zusätzliche Übernachtung sehr zu schätzen. Man kommt einfach viel entspannter an. Genächtigt haben wir diesmal direkt im „Sheraton Frankfurt Airport Hotel“. Ohne Mühe findet man sofort vom Bahnhof zur Lobby, das sind keine 5 Minuten zu Fuß. Dort angekommen, erhalten wir unsere Zimmerschlüssel. Wir haben direkte Sicht auf den Flughafen Terminal 1C. Fluglärm oder sonstige Geräuschpegel, Fehlanzeige. Unser Zimmer ist eine Oase der Ruhe, dank 5-fach Verglasung.

Um 18.30 Uhr nutzen wir den Vorabend Check In und gehen im Flughafen noch gemütlich etwas essen. Die Wahl fällt auf asiatisch, in Frankfurt herrscht eben schon multikulti. Gute Nacht!

Kuba wir kommen! Vorher wird aber noch schnell bei einem bekannten amerikanischen Kaffeeanbieter gefrühstückt. Von unserem Zimmer bis zum Gate brauchen wir trotz Kaffeepause keine halbe Stunde. Hier macht sich der Vorteil des „Sheraton Frankfurt Airport Hotels“ mit seiner direkten Lage bemerkbar. Dieser Luxus hat uns 180,- Euro für 2 Personen gekostet. Wir würden es jeder Zeit wieder nutzen.

Unsere Maschine ist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Wir rollen zur Startbahn, bleiben aber plötzlich stehen. Die Kerosinzufuhr eines Triebwerkes funktioniert nicht mehr, die Maschine muss zurück und wir müssen alle wieder aussteigen. Toll!

Wieder am Flughafen angekommen, herrscht großes Rätselraten. Man hat uns nicht informiert, wann, wo oder ob wir heute überhaupt noch nach Kuba kommen. Letztendlich fragen wir uns durch und erfahren, dass wir heute doch noch mit 4 Stunden Verspätung in Richtung Karibik starten.

Unser Pilot drückt noch etwas aufs Gas und mit nur 3 Stunden Verspätung landen wir spät abends am Varadero Airport. Was will man mehr! Die alten Seefahrer hätten sich über solch eine Verspätung kaputt gelacht. Der moderne Urlauber im Sitz vor uns überlegt schon seit Frankfurt, wie er die Fluglinie wegen der 3 Stunden verklagen kann. Er tut uns leid!

Noch haben wir unser Ziel Havanna nicht erreicht, gute 140 km müssen wir noch mit dem Bus zurücklegen. Aber auch diese Hürde meistern wir. Punkt Mitternacht kommen wir nach langer Anreise müde in unserem Hotel an. Es soll noch einen Snack geben, welchen wir aber auslassen. Eine Flasche Wasser reicht uns – wir schlafen gut!

Havanna

Am nächsten Morgen steht die Besichtigung von Havanna auf dem Programm. Vorher wollten wir zwar noch gut frühstücken und Geld tauschen, aber beides hat nicht so richtig geklappt. Herzlich Willkommen im Sozialismus. Dem Herrn in der Küche war es egal, ob der Kaffee nun gut oder schlecht schmeckt, und der Mitarbeiter für die Wechselstubbe ist erst gar nicht gekommen. Kuba muss man so nehmen wie es ist, gerade das macht die Insel anders und interessant.

Bernardo, unser Guide für die nächsten Tage, stellt sich vor. Wir haben mit ihm einen Glückstreffer gelandet. Er kann gut deutsch, kennt sich hervorragend mit all den Sehenswürdigkeiten und der Geschichte Kubas aus - und ist zudem sehr sympathisch.

Wir sind eine nette kleine Gruppe von 16 Leuten ohne Querulanten. Perfekt, wir können los. Vor gut einem Jahr stand ich in Key West (USA Florida) und habe mich gefragt wie es wohl 90 Meilen südlich von hier in Havanna aussehen wird. Heute werde ich es erfahren.

Havanna ist eine andere Welt, ich weiß auch gar nicht genau wie ich diese alte Lady beschreiben soll. Man muss diese Stadt fühlen und hören. Havanna ist quirlig, alt, aber dennoch mit Charme. Unsere Stadtbesichtigung beginnt mit einem Besuch im Havanna Club (Rum) Museum. Wir erfahren in nostalgischen Gemäuern von einer netten jungen Dame alles über die Herstellung von Rum. Bei einer anschließenden Verkostung dürfen wir diesen auch noch probieren. Mein Geschmack ist es nicht, da kann aber auch der gute Rum nichts dafür. In Cocktails habe ich ihn ganz gerne, aber nicht pur.

Wir streifen durch die Gassen Havannas. Erkunden den ein oder anderen belebten Platz. Fahren am Kapitol und der Uferpromenade entlang. Es fällt mir schwer, Havanna in Worte zu fassen, darum verweise ich an dieser Stelle auf unsere Fotos. Diese erzählen wie immer mehr als 1000 Worte.

Wir essen alle gemeinsam zu Mittag. Ein kleiner Innenhof bietet uns Ruhe und Entspannung. Draußen lebt Havanna weiter. Untermalt wird unsere Pause von guter kubanischer Musik und einer Tänzerin. Wir sind begeistert. Vor allem die Tänzerin ist eine echte Augenweide :-)!

Der Süden

Am Nachmittag verlassen wir die Stadt und brechen auf in Richtung Süden. Hunderte von Kilometer fahren wir über Land in Richtung Trinidad. Zuckerrohrplantagen säumen die Landschaft links und rechts, satte grüne Palmenwälder kommen hinzu und dazwischen fräst sich eine breite Autobahn hindurch. Als Mitteleuropäer staunt man nicht schlecht, was hier alles auf der Schnellstraße los ist. Viele Anhalter stehen am Seitenstreifen, Kutschen sind unterwegs, Kühe kreuzen den Weg und sogar ein Bauer inkl. seiner Schweine war auf der Autobahn on tour. Gefahren wird mehr links als rechts, dass liegt aber nicht daran das hier alle überholen möchten. Die rechte Fahrspur ist meistens so schlecht, dass alle auf die linke ausweichen. Der Kubaner nimmt es leicht, somit ist auf der langsameren Spur alles unterwegs was weniger als 5 km/h Spitzengeschwindigkeit aufweist – und da fällt uns gerade einiges wieder ein ;-)!

Zu später Stunde erreichen wir die Karibikseite Kubas. Ganz in der Nähe von Trinidad machen wir es uns in einem weiteren staatlichen Hotel gemütlich. Der Strand ist ein Traum, das Hotel so lala. Egal, wir sind auf Kuba und wussten vorher auf was wir uns einlassen. In dieser Nacht führen wir einen Kampf gegen die Klimaanlage. Entweder gehen wir vor Hitze ein oder bleiben wach, weil uns dieses unheimlich laute Ding ins Gehirn rattert. Wir entscheiden uns fürs Schwitzen und geben auf!

Bevor es nach Trinidad geht, erklimmen wir einen kleinen Aussichtspunkt. Vor uns liegt eine herrliche Palmenlandschaft, sattes Grün wohin das Auge reicht. Eine kleine Bergkulisse im Hintergrund rundet diesen Anblick ab. Nach unserem kurzen Stopp erreichen wir das Herrenhaus ehemaliger Zuckerrohrplantagenbesitzer. Längst vergangene Tage erzählen hier immer noch Ihre Geschichten von Reichtum, Sklaven und Machtgehabe. Wie eingangs schon erwähnt, Kuba ist ein Land der Kontraste. Eines dieser Statussymbole ist unser Ziel. Ein Turm direkt neben dem Herrenhaus. Auf unseren Bildern ist dieser gut zu sehen. Nur zwei Sätze dazu. Erstens, in Deutschland würde der TÜV keinen Menschen mehr in die Nähe des Turmes lassen. Zweitens, wir waren heil froh, als wir gut erhalten wieder unten ankamen. Die Aussicht war allerdings grandios und jedes Risiko wert.

Trinidad. Was für eine Perle, Karibikfeeling pur macht sich breit. Wir schlendern wieder einmal durch die Gassen, lauschen Bernardos Erzählungen und kommen ins schwärmen. In solchen Momenten bin ich mir sicher, die richtige Leidenschaft zu pflegen. Was gibt es Schöneres, als fremde Länder mit all ihren Menschen und Facetten zu entdecken. Trinidad würde ich mit wenigen Worten als bunt und kuschelig beschreiben. Uns hat es hier so gut gefallen, dass heute ein Bild von Trinidad unser Wohnzimmer schmückt – natürlich ein Original aus Trinidad. Auch hier möchte ich auf unsere Fotos verweisen. Mittags essen wir noch gut in Trinidad, wieder von guter kubanischer Livemusik begleitet. Was will man mehr.

Am Nachmittag treten wir unsere Rückfahrt an. Havanna ist wieder unser Ziel. Nach ein, zwei Zwischenstopps und vielen Kilometern auf der Autobahn kommen wir müde und abgekämpft im Hotel an. Wir essen noch eine Kleinigkeit vom nicht sehr geschmackvollen Buffet, trinken noch einen Cocktail mit Freunden, und legen uns zur Ruhe. Diese staatlichen Hotels sind wirklich etwas gewöhnungsbedürftig. Wir hoffen stark, dass uns auf Varadero ein besseres Hotel erwartet. Ansonsten werden das noch 10 harte Tage mit Oliven und Brot (mehr jedenfalls habe ich im Hotel in Havanna nicht gegessen – und das war auch gut so).

Der Westen

Noch einmal fahren wir mit Bernardo los. Das Vinalestal ist heute unser Ziel. Wir kämpfen uns durch den allmorgendlichen Verkehr in Havanna und spulen Kilometer für Kilometer auf der Autobahn runter. Langsam aber sicher reicht es uns mit dem Busfahren, alles Jammern hilft aber nichts, wir müssen diesen letzten Tag noch durchhalten. Gleich neben unserer ersten Raststätte steht das Bauernhaus eines Tabakplantagenbesitzers. Der Herr ist sehr nett, wir dürfen sein Haus, seine Scheune zum Lagern von Tabakblättern und sogar ihn selbst fotografieren.

Um die Mittagzeit erreichen wir das geplante Ziel, die Zigarrenfabrik. Während der gesamten Besichtigung in der Fabrik ist Fotografieren strengstens verboten. Wir dürfen nicht einmal einen Fotoapparat mit ins Gebäude nehmen. Schade, vor allem dann, wenn man Zuhause ein Reisemagazin namens „World Pictures“ betreibt. Es ist schon fantastisch wie das hier alles funktioniert. Jedem einzelnen Mittarbeiter sieht man genau an, dass er diese geübten Handbewegungen aus dem FF beherrscht. Eingangs werden die Tabakblätter nach Farben sortiert. Eine Rasterkarte mit bis zu 80 Farbabstufungen liegt hierfür auf dem Tisch einer Mitarbeiterin. Einen Arbeitsschritt weiter sieht man schon das klassisch bekannte Bild vieler kubanischer Frauen, die Zigarren drehen. Welche davon noch Jungfrau ist weiß ich nicht, ich hab nicht gefragt. Nach der Qualitätskontrolle, welche eine Maschine erledigt, wird auf die perfekte Zigarre nur noch das Etikett geklebt. Von Hand versteht sich, wie eben fast alles hier.

Wir fahren weiter Richtung Vinalestal, lassen den weltbekannten Aussichtspunkt erst einmal links liegen und fahren zu einem Felsengemälde der besonderen Art. Kunterbunt durfte sich hier jemand künstlerisch ausleben. Auf einer gewaltigen Felswand findet man Tiere, Menschen und viele andere Lebewesen. Direkt darunter werden wir zu Mittag essen. Bevor wir kulinarisch los legen dürfen wird uns noch eine Pina Colada serviert. Während unserer gesamten Kubareise haben wir keine bessere mehr getrunken. Was für ein Geschmackserlebnis!

Am Nachmittag erkunden wir eine Höhle, den letzten Abschnitt ins Freie bewältigen wir in einem kleinen Boot. Direkt durch die Vinalesberge hat sich ein Fluss gegraben. Wir sind beeindruckt. Überhaupt muss man erwähnen, dass die Vinales Region traumhaft schön ist. Die schönste, die wir auf Kuba gesehen haben. Am Nachmittag erreichen wir dann den lange ersehnten Viewpoint. Was für eine Aussicht, schöner als in jedem Reisekatalog abgelichtet. Allein der Zeitpunkt ist nicht ideal. Heute Vormittag hätten wir halten sollen, da stand die Sonne für Fotografen perfekt. Jetzt um die Nachmittagszeit knallt die Sonne so erbarmungslos, dass das Licht zum Fotografieren nicht gut ist. Jammern auf hohem Niveau, ich weiß. Es bleibt uns nichts erspart, wir müssen wieder auf die Autobahn, Havanna ruft.

Havanna: Cabaret Parisien

An unserem letzten Abend besuchen wir das Cabaret Parisien. Wir erleben hier einen tollen Abend. Die Musik begeistert uns, die Tänzerinnen natürlich auch ;-)! Überhaupt muss man erwähnen, dass kubanische Frauen sehr hübsch sind. Havanna, wir verabschieden uns. Es war toll hier. Wenn Gott will, kommen wir gerne einmal wieder.

Am nächsten Morgen, wie soll es anders sein, holt uns ein Bus nach Varadero ab. Um den Kreislauf etwas in Schwung zu bekommen, hat unser Reiseveranstalter eine kleine Überraschung für uns. Wir stehen als einzige nicht auf der Teilnehmerliste, die nette Dame lässt uns nicht einsteigen, wir sollen hier bleiben und auf den nächsten Bus warten. Unsere gesamte Gruppe sitzt schon im Bus und wartet, während wir das Diskutieren beginnen. Lange Rede kurzer Sinn, nach gut 20 Minuten sitzen auch wir im Bus und dürfen mit. Ab jetzt trennen uns nur noch weitere 140 Km Busfahrt von unserem nächsten Ziel „ Varadero“.


Iberostar***** Varadero

Wir können es nicht glauben, in der Hotellobby angekommen stehen wir vor Luxus pur. Unser Hotel Iberostar Varadero übertrifft all unsere Erwartungen. Unsere Zimmer sind noch nicht fertig, man bittet uns derweilen in den Speisesaal. Dort angekommen klappt uns echt die Kinnlade runter. Meine Güte, was für ein Buffet. Was für eine Auswahl und alles sieht so gut aus. Wir schlichten uns den Bauch voll. Lecker, köstlich. Punkt 14 Uhr dürfen wir auf unser Zimmer. Diese sind ebenfalls sehr schön. Wir haben das beste Hotel auf Varadero gebucht und wir haben das beste Hotel bekommen. 5*****Sterne, was will man mehr.

Die kommenden Tage verbringen wir im Hotel. Tagsüber liegen wir am Meer, schlürfen Cocktails, essen leckere Snacks, lesen Bücher, springen in den Wellen herum und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein. Abends essen wir köstlich vom Hotel Buffet. Zweimal sogar gehen wir zum Japaner, das war richtig lecker, alles wurde direkt vor uns frisch zubereitet.

Allabendlich treffen wir uns mit Andrea und Sven an der Hotelbar. Wir rauchen gemütlich Zigarren, trinken Cocktails und Champagner, gehen Billard spielen, oder erzählen uns einfach nur von „good old Germany“. Man war das schön.

Wenn der „Buena Vista Social Club“ ruft, stehen wir als Musiker Gewehr bei Fuß. Wir fahren zu einem Konzert nach Varadero und hören uns die alten Männer an. Musikalisch der Wahnsinn, das typisch kommunistische Ambiente einer alten Parteihalle ist als Veranstaltungsort aber eher schlecht gewählt. Alles im allen ist es aber trotzdem ein schöner Abend.

Drei Wochen sind wir nun schon unterwegs, so langsam aber sicher treten wir die Heimreise an. Ein letztes Mal liegen wir am Strand, ein letztes Mal essen wir von diesem leckeren Buffet. Da steht er nun wieder, unser Bus. Wir werden abgeholt und zum Flughafen gebracht. Bye bye Karibik 2011!

Kuba ist eine Reise wert. Was bleibt sind Erinnerungen an ein tolles Land mit tollen Menschen. Die Lebensfreude der Kubaner und deren Musik wird uns noch lange begleiten.

 
© Jörg Jahn • post@world-pictures.de