Home
Allgäu-Durchquerung
Alpenüberquerung I
Alpenüberquerung II
Alpenüberquerung III
Alpine Ausbildungswoche
Dolomiten-Durchquerung I
Dolomiten-Durchquerung II
Höhenweg um Zermatt
Kilimanjaro 5895 Meter
Nepal Khumbu Everest
Tauern Haute Route
Tour du Mont Blanc
Werben auf W.P.
Über mich
Links
Kontakt
Impressum
 
Empfehlung
ski-outdoor-shop.de
  HolidayCheck
   
Schweiz 2009 • Höhenweg rund um Zermatt
 

Als ich mich im Frühjahr 2009 dazu entschied den Höhenweg rund um Zermatt zu bestreiten, war mir gar nicht bewusst was da alles auf mich zukommt. Gerade die Anfahrt und alle anderen Umstände was Zermatt als Ziel so mit sich bringt, hat mich bisher von dieser Tour abgehalten. Weit gefehlt, diese Reise ist jeden Umstand wert, welcher eigentlich gar keiner ist, sondern nur das ganz besondere Erlebnis einer Walliser-Woche.

Die Schweiz, ein Urlaubsland das ich lange vor mir her geschoben habe. Dieses Jahr sollte es dann endlich soweit sein. Mit dem OASE AlpinCenter geht es für Antje und mich auf den Höhenweg rund um Zermatt. Im Festsaal der 4000er sind wir eine Woche unter dem weltbekannten Matterhorn unterwegs.

Am Samstag den 18. Juli ist es dann soweit, wir brechen früh um 5.45 Uhr in Richtung Süden auf. Die Autobahnen sind noch recht leer und wir kommen gut voran. In der Schweiz sind wir um die Mittagzeit, am Grenzübergang Basel ist einiges los. LKW an LKW schiebt sich eine lange Blechlawine über den Asphalt. Gotthart-Tunnel 6 Stunden Wartezeit schallt es über das Radio, 20 KM Stau vor dem Tunnel. Wir sind also nicht die einzigen Urlaubsreifen Mitteleuropäer dieses Wochenende. Nach einem kurzen MC Donalds Besuch erreichen wir um ca. 14.00 Uhr den letzten Ort vor Zermatt, welcher mit dem Auto erreichbar ist. Wir stellen das Auto in die Tiefgarage der Firma Schaller und fahren mit dem Bus in Richtung Zermatt, alles verläuft reibungslos. 15.00 Uhr, wir haben es geschafft – das Hotel Tannenhof steht vor uns und wir sind überglücklich endlich unser Zimmer zu beziehen. Dort angekommen wird sich kurz frisch gemacht und ab geht es auf die Einkaufsmeile von Zermatt. Wahnsinn, wer hier residiert hat mächtig was in der Tasche. Omega, Breitling, Rolex, ein MC Donalds im Hütten-Style und Souvenir-Geschäfte wie an der Perlenkette aufgereiht. Zermatt hat schon echt Flair! Für alle die noch nicht da waren, möchte ich hier noch einmal schwarz auf weiß schreiben: Prädikat wertvoll ... unbedingt ansehen.

Den Abend verbringen wir in einem kleinen Lokal um die Ecke, genießen leckeres Essen und freuen uns auf den kommenden Tag. Das Matterhorn ist seit der ersten Minute in Zermatt unser stetiger Urlaubsbegleiter. Mächtig thront es über dem Dorf und ist hier nicht mehr weg zu denken. Das Hotel Tannenhof möchte ich auch lobend erwähnen. Inmitten des Dorfes ist die Unterkunft super schön gelegen, sehr sauber und die Besitzer des Hauses sind extrem nett. Das Frühstück ist super lecker, reichlich und die Zimmer einfach aber geschmackvoll eingerichtet. Der Tannenhof kann gebucht werden, keine Frage.

14.00 Uhr Treffpunkt Bahnhof Täsch, steht es in der Detailbeschreibung des OASE AlpinCenters geschrieben. Wir verbringen den Vormittag noch gemütlich in Zermatt, fahren anschließend mit der Bahn in Richtung Täsch, gehen gemütlich eine Pizza essen und sind wie gewünscht pünktlich am Treffpunkt. Georg unser Bergführer begrüßt uns alle recht herzlich und schon sind wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Täsch-Alpe unterwegs. Immer im Rücken, hoch über den Wolken ist das Weiß-Horn zu sehen, ein mächtiger 4000er der uns auch in den kommenden Tagen begleiten wird. Um ca. 16.00 Uhr erreichen wir unser heutiges Tagesziel, klein aber fein liegt die kleine Täsch-Alpe vor uns. Auf der Terrasse machen wir es uns gemütlich - und lernen uns erst einmal kennen. Steffi, Kirsten, Georg, Antje, ich bin der Jörg ... usw. - es ist jedes mal eine Herausforderung sich so viele Namen zu merken. Im Laufe der Woche wird das schon werden denke ich mir als alle anderen auch noch erzählen wie sie heißen und wo sie herkommen.

Heute freue ich mich schon auf das Abendessen, mit dem Wissen, dass es wie auf jeder Tour ein 3-Gänge-Menü gibt. Während der gesamten Woche fehlt es uns an nichts, Frühstück und Abendessen sind ausreichend, gut und lecker!

Um 22.00 Uhr gehts pünktlich zu Bett, jeder verkrümelt sich in seinen Schlafsack und mummelt sich warm unter die Decke. Die Nacht wird kalt auf der Höh, draußen bläst ein kräftig kalter Wind. Kuschel kuschel ... rein in den neuen Deuter-Hüttenschlafsack und dann mal gute Nacht!

An dieser Stelle muss ich Euch mal auf meine Bilder aufmerksam machen. Schaut Euch die genau an, eine Woche lang Sonnenschein – wenn Engel reisen. Eine kurze Stunde hatten wir Regen, in dieser Zeit hat uns Georg zurück in die Hütte gepfiffen und somit ist uns ein größerer Wasserschaden erspart geblieben. Glück muss der Mensch haben ;-)! Täglich starten wir ca. 8.00 Uhr, mal etwas früher, mal später. Es ist schon ein super Gefühl jeden Morgen bei blauem Himmel und Sonnenschein die Bergschuhe zu schnüren und den Rucksack auf die Schulter zu werfen. Georg erklärt uns kurz was am heutigen Tag auf uns zukommt und los geht es.

Am zweiten Tag der Tour kommt früh der Europa-Weg dran. Stetig haben wir das Matterhorn vor uns, was für ein mächtiger freistehender Klotz. Als Alpinist muss man diesen Berg einmal gesehen haben, der Gipfel ist an Schönheit kaum zu überbieten! Nach einem dreistündigen Aufstieg zum Unterrothorn haben wir das Meiste des Tages geschafft. Bei strahlendem Sonnenschein und einem grandiosen Monterosa-Panorama vor Augen genießen wir die Mittagspause. Anschließend geht eine Hälfte der Gruppe mit mir zur Fluhalphütte, unserem heutigen Tagesziel, während der Rest mit Georg auf den höchsten Wanderberg der Alpen, dem Oberrothorn (3.414 m) steigt. Abends sitzen wir alle wieder vereint am Tisch, bei guter Kost und süffigen Wein. Was für ein gelungener Tag! Nachts schlafen wir im Lager-Doppelbett und träumen bereits vom nächsten Tag.

Am Tag drei geht es erst einmal gemütliche 300 HM bergab, etwas tiefer angekommen, wird eingekehrt und ein gemütlicher Cappuccino getrunken, zum einen sind wir nicht auf der Flucht und zum anderen haben wir ja Urlaub. OASE-Touren können schon auch gemütlich sein J! Nach einem mäßigen Anstieg geht es heute hauptsächlich 1000 Höhenmeter zur Gornerschlucht bergab, eintausend Höhenmeter können sich ganz schön ziehen. Am Nachmittag kommen wir schon etwas ausgemergelt an der Station Furri an, stärken uns mit leckerem Schweizer Essen und gehen noch einmal die letzten 2 Stunden hinauf zum Berghotel Schwarzsee. Heiß ist es heute, der Schweiß tropft mir die letzten Meter kräftig von der Stirn. Oben am Hotel angekommen ist jeder erleichtert diese lange Etappe hinter sich zu haben. Ein unglaubliches Grinsen im Gesicht aller Teilnehmer stellt sich ein, als es heißt, heute haben wir Doppelzimmer mit Dusche und WC. Vor allem die Frauenwelt kann es kaum glauben und jede feiert ein inneres Volksfest für sich.

Den Tag darauf starten wir früh um kurz vor 8 Uhr in Richtung Hörnli Hütte (3260 M). Diesem Ziel fiebere ich schon während der ganzen Tour entgegen. Dort oben starten die Matterhorn Besteigungen, eine Hütte voller Kult. Die Hörnli-Hütte kennt jeder Bergfreund der westlichen Hemisphäre und nun bin auch ich endlich auf den Weg dort hoch.
Der Weg ist zum Teil steil, aber so breit das man sich keine Gedanken machen muss. Gute 3 Stunden braucht man hoch. Oben angekommen, sieht man sofort warum diese Unterkunft einen Sonderstatus hat. Direkt hinter dem Haus ist der Einstieg zum Matterhorn-Gipfel, unglaublich wie es da rauf geht. Hochachtung vor all jenen die diesen Berg bestiegen haben. Nach einer kurzen Pause steigen wir ab in Richtung Zmuttbach und dem gleichnamigen Gletscher. Unter der Matterhorn Nordwand geht es auf der Gletschermoräne hinauf zur Schönbiehl-Hütte. Das heutige Tagesziel ist erreicht!

An unserem letzten kompletten Wandertag geht es von der Schönbiehl-Hütte auf einem herrlichen Höhenweg hinüber zum Berggasthaus Trift. Bereits zur Mittagszeit kommen wir dort an, stärken uns mit dem besten Essen der Woche und lassen den Tag in gemütlicher Runde ausklingen. Es wird getratscht, geratscht und jeder ist froh solch tolle Tage hinter sich zu haben. Am Ende der Woche kommen wir noch einmal nach Zermatt runter und saugen diesen außergewöhnlichen Flair auf, bevor es mit der Bahn Richtung Täsch geht und anschließend mit dem Auto weiter Richtung Heimat.

Jeden Tag ging es hunderte von Metern bergauf und bergab, immer das Ziel vor Augen Zermatt im Uhrzeigersinn zu umrunden. Mal steiler mal flacher dahin, mal hoch hinaus, mal 1000 Höhenmeter runter ins Tal. Mal schon fast Alpin zur Hörnlie-Hütte um dann am Ende der Woche gemütlich auf halber Höh mit dem Alphorn vom Hüttenwirt begrüßt zu werden. Die Tagesetappen sind knackig, können aber jederzeit durch Seilbahnfahrten abgekürzt werden. Somit ist diese Tour für sportliche Anfänger genauso geeignet wie für Bergliebhaber mit mehr Erfahrung.

Die Westalpen waren einmal mehr eine ganz besondere Erfahrung. Wenn man gerade wie ich viel in Österreich und Südtirol unterwegs ist, begrüßt man die 4000er als wohlwollende Abwechslung.

Der Höhenweg rund um Zermatt, war ganz sicher eine der schönsten OASE-Touren die ich je gemacht habe. Das lag aber auch nicht zuletzt an meiner netten Begleitung und der tollen Gruppe ...

Wir sehen uns in den Bergen ...
Euer Jörg

 
 
Wenn Sie den Höhenweg rund um Zermatt gut betreut mit einem Bergführer gehen möchten, dann empfiehlt Ihnen World-Pictures die Bergschule OASE AlpinCenter aus Oberstdorf.
www.oase-alpin.de
 
 
© Jörg Jahn • post@world-pictures.de