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Nepal 2006 • Kala Pattar - Chukhung Ri - Everest Base-Camp
 
TOP OF THE WORLD

Der Hofer Jörg Jahn (32) durchstiegen während einer einmonatigen Reise in Nepal das Solo Khumbutal bis zum Everest Base-Camp, welches Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay vor 53 Jahren gleichermaßen zum höchsten Berg unserer Erde führte. Auf dem Weg dorthin bestieg Jörg zudem die zwei 5000er Chukhung Ri (5560 Meter) und den "Schwarzen Berg" Kala Pattar mit einer Höhe von 5600 Meter.

29.10.2006 Flughafen Frankfurt am Main, Jörg Jahn verlässt für den kommenden Monat November das kühle Deutschland um die folgenden 30 Tage im höchsten Gebirge der Welt, dem Himalaya in Nepal zu verbringen. Ziel der dortigen Tour ist das Everest Base-Camp (5300 Meter) und die beiden Gipfel Chukhung Ri (5560 Meter) und Kala Pattar (5600 Meter). Nach einer anstrengenden und von Verspätungen geplagten Anreise von 40 Stunden erreicht er total erschöpft am 01.11.2006 die Hauptstadt Kathmandu in Nepal. Dort angekommen, wird Jörg wie geplant von einer Kontaktperson abgeholt und zum vereinbarten Hotel gebracht.

Bis alles für die bevorstehende Tour noch einmal geplant und gepackt ist, vergehen fast zwei Tage in der Hauptstadt. Dann endlich ist es soweit, um 4.30 Uhr klingelt der Wecker zum Aufbruch. Heute geht es sehr früh mit einer kleinen Propellermaschine in das Khumbutal. Der Weg dorthin ist nicht ganz ungefährlich. Die Flugzeuge fliegen ausschließlich auf Sicht und verlassen den sicheren Boden nur bei besten Wetterbedingungen. Die Landung in dem Bergdorf Lukla ist ein weiteres abenteuerliches Unterfangen. Die Landebahn ist kurz und befindet sich aufsteigend an einem Berghang. Ein Durchstarten ist unmöglich, alles muss stimmen. Dass es auch einmal schief gehen kann, beweisen Flugzeugwracks am Rande der Landebahn.

Von Lukla aus zum Chuhkung Ri, dem ersten Gipfel der Tour benötigt der Hofer 6 Tage. Am Gipfeltag selbst muss noch einmal eine Höhe von 1200 Höhenmetern überwunden werden, was Jörg an den Rand seiner Kräfte treibt und zu enormen Kopfschmerzen am Berg führt. Beachtlich, bedenkt man, das in einer Höhe von 5000 Metern nur noch ca. 50% Sauerstoff vorhanden sind. Am Gipfel des Everest (8848 Meter) sind es im übrigen nur noch ca. 30% Sauerstoff.

Gut akklimatisiert durch die Besteigung des Chuhkung Ri geht es immer weiter das Khumbutal hoch. Der Aufstieg zu den drei Häusern von Lobuche (4950 Meter), der nächsten Unterkunft, kostet Jörg viel Kraft. Stundenlang geht es über das Geröllfeld des Everestgletschers in Serpentinen bergan. Kraftlos in Lobuche angekommen, bereitet sich Jörg auf seine erste Nacht auf fast 5000 Meter Höhe vor. Geplagt von Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schwindelgefühlen verschwinden er recht früh am Tag in seinem dicken Schlafsack.

Der bewölkte nächste Tag bricht an. Mit leichtem Gepäck geht es Richtung Everest Base-Camp, dem eigentlichen Ziel des Tages. Es ist bitter kalt, nach nur wenigen Minuten Weg, spürt Jörg seine Finger kaum noch unter den Handschuhen, auch die Zehen in den Bergschuhen sind kalt und gefühllos. An diesem Tag dauert es lange, bis sich die südliche Sonne Nepals über die Bergriesen des Himalaya schiebt und etwas Wärme bringt. Um die Mittagszeit kommt Jörg in Gorak Shep an, der letzten Siedlung vor dem Base-Camp an. Zuvor musste eine mächtige Gletscherzunge überwunden werden, diese hatte Ausmaße und Dimensionen unvorstellbarer Größe. Der Hofer merkte erst nach halbstündiger Querung, dass er sich bereits auf dem Eis befindet - soviel Geröll und Gestein schiebt dieser Gletscher vor sich her. Nach dem Everest BC und einem langen Tag über 5000 Meter Höhe kommt er total erschöpft am späten Nachmittag wieder in Lobuche an.

Die geplante Besteigung des Kala Pattar ist für den kommenden Tag in Gefahr, Jörg ist von den bereits vielen Tagen auf Tour so ausgelaugt, dass der gleiche Weg nach Gorak Shep und von dort aus zum Kala Pattar nicht mehr machbar ist. Es kommen erste Zweifel auf ob das eigentliche Ziel, der "Schwarze Berg" Kala Pattar überhaupt noch erreicht werden kann. Nach einem Ruhetag und zwei weiteren Nächten in dieser Höhe wird es dann ernst, Jörg bricht früh auf um mit mäßigem Tempo und leichten Gepäck den Kala Pattar doch noch zu bezwingen. Punkt 12.00 Uhr ist es dann so weit, von Erschöpfung gezeichnet, durch starken Wind fast ausgekühlt steht er auf dem 5600 Meter hohen direkt dem Everest gegenüberliegenden Kala Pattar. Überglücklich ist Jörg sich sicher ...nichts wie runter hier!

Die kommenden Tage sind eine Wohltat, es geht mit dem Wissen alles erreicht zu haben stetig bergab. Nach 5 Tagen Rückweg durch das Khumbutal ist Jörg wieder in Lukla dem Ausgangspunkt der Tour, wird am folgenden Tag ausgeflogen und landen mit unglaublichen Eindrücken der vergangenen Tage gesund in Kathmandu.

Während einer Woche Aufenthalt im Kathmandutal wird eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abgehakt. Dann ist es auch schon so weit, der Flieger Richtung Heimat steht auf dem Rollfeld. Am 28.11.2006 verlässt Jörg das Land der Abenteurer.

Heute schon ist er sich sicher, eine weitere Tour durch diese grandiose und exponierte Gebirgslandschaft wird es ganz bestimmt geben.

 
 
© Jörg Jahn • post@world-pictures.de