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Tanzania 2008 • Besteigung (5985 Meter)
 

Schon als kleines Kind haben mich Filme wie Hatari mit John Wayne fasziniert, wie oft war ich als kleiner Krümel im Zoo und hab mir vorgestellt, wie Löwen und Elefanten in freier Wildbahn leben und zu oft war ich wohl in meiner Kindheit mit meinen Eltern in den Bergen. Alle die mich schon von klein auf kennen, wundern sich heute was ich für ein Zigeuner geworden bin – warum nur frage ich mich, das war abzusehen ...

Afrika war für mich immer sehr weit weg und unerreichbar. Niemals hätte ich daran gedacht einmal (und wenn auch nur für einen kurzen Moment) der höchste Mann Afrikas zu sein.

Nun aber von vorne. Am 30 Januar 2008 ging für mich ein Traum in Erfüllung, der Zug von Hof nach Stuttgart steht vor mir und möchte mich zum Flughafen bringen. Mein Ziel dieser Reise steht fest, ich möchte unbedingt auf den Gipfel des Kilimanjaro. Ich möchte den ersten Seven-Summit in mein Gipfelbuch eintragen. Wie das klingt, mein erster „Seven-Summit“ – unglaublich! Auch wenn er der leichteste von allen ist, er ist ein „Seven-Summit“. Als Anbieter habe ich mir die Bergschule OASE AlpinCenter aus Oberstdorf ausgesucht, mir war wichtig, dass ich in einem Land wie Tanzania, einen deutschsprachigen Bergführer dabei habe. Wenn er nicht gebraucht wird, ist es umso besser, dann läuft alles wie gewünscht - und wenn es einmal eng wird, ist man froh, wenn jemand mit der Erfahrung und dem Wissen eines Bergführers dabei ist. Buchen könnt Ihr diese Tour im übrigen unter www.oase-alpin.de.

Den ersten Tag am Berg sind wir vom Machame Gate (1.800 Meter) bis auf 3.000 zum gleichnamigen Camp aufgestiegen. Der Weg dort hoch führt durch dichten Regenwald. Das satte Grün, die Vielfalt der Pflanzen und die überdimensional großen Bäume wirken schon fast unwirklich. Das erste Mal wird mir so richtig bewusst, ich bin in einer anderen Welt. Im Camp angekommen, stehen die Zelte schon, wir werden ins Essenszelt zu einem warmen Tee, Popcorn und Nüssen gebeten. Unsere 33 Träger und die drei Guides kümmern sich während der gesamten Tour sehr zuvorkommend um die Gruppe, es mangelt uns an nichts.

Bis zum BC spielt sich täglich das gleiche Ritual ab. Um 7 Uhr stehen wir auf, packen unsere Sachen, betreiben etwas Katzenwäsche, frühstücken und brechen zwischen 8 und 9 Uhr auf. Je weiter wir nach oben kommen, umso lichter wird der Regenwald. Nach dem zweiten Tag wirkt alles um einen herum wie eine Wüstenlandschaft, ja fast schon wie auf dem Mond. Zur besseren Akklimatisierung steigen wir einen Tag vor dem BC auf 4600 Meter zum bekannten Lavatower auf. Dort oben angekommen wundere ich mich über mich selbst, ich vertrage die Höhe extrem gut, ich hab nur minimal Kopfschmerzen aber ansonsten fühle ich mich fit. Am gleichen Nachmittag steigen wir dann wieder auf 3950 Meter ab. Getreu dem Motto „go high, sleep low“.

Irgend wann ist es dann soweit, der Tag auf den man so lange gewartet hat ist da. Jetzt gibt es kein zurück mehr, heute steigen wir auf zum BC, um dort nur wenige Stunden zu schlafen (ähm, nennen wir es eher dösen) und dann geht es Richtung Gipfel. Die letzten Meter zum BC hatten es dann doch in sich, ziemlich fertig bin ich auf 4600 Metern angekommen und wollte eigentlich nur noch meine Ruhe. Ich hab das Teetrinken ausgelassen und mich erst einmal eine Stunde in meinem Schlafsack verkrümelt. Auf 18.00 Uhr bin ich dann noch einmal aus dem Zelt um etwas frische Luft zu schnappen, hab beim Abendessen so gut wie nichts gegessen und bin dann wieder in mein Zelt zurück. Ich wollte in der Höhe so viel Kraft wie nur möglich sparen, dass ich nichts gegessen habe ist weniger das Übel, in der Höhe bekommt man sowieso nichts runter.

Um 23.00 Uhr bin ich dann nach drei Stunden von einer Seite auf die andere wälzen wieder aufgestanden, hab mich richtig dick für die Gipfeltour eingepackt und bin raus aus dem Zelt. Wir alle haben im Essenszelt noch einen Tee zu uns genommen, dann ging es los. Pünktlich um 24.00 Uhr brechen wir alle zusammen in Richtung Gipfel auf. Nach gut einer Stunde geht der erste schon wieder zurück, ihm hat es den Magen umgedreht. Es kommt ein kalter Wind auf, durch das langsame gehen und die vielen Pausen komme ich kaum auf touren. Der starke Wind von der Seite macht mir zu schaffen, meine Arme sind kalt, meine Finger schon fast gefühllos, ich hole meine Überhandschuhe aus dem Rucksack, bekomme sie aber kaum drüber. In dem Moment war mir das schon komplett egal, ich bin dann mit zwei Handknäulen den Berg hoch, ich hatte einfach keine Kraft mehr mich um die blöden Überhandschuhe zu kümmern. Um fast genau 3.00 Uhr in der Früh kehren noch einmal zwei von unserer Gruppe total erschöpft um. Und genau in dem Moment hat es sich gelohnt, dass ein Bergführer von der OASE dabei war. Beide Tourenteilnehmer waren sichtlich geschwächt und aus meiner Sicht auch Höhenkrank, Bernhard der Bergführer hat sich mit beiden unterhalten und sie davon überzeugen können, dass der Weg zum Gipfel für sie nicht mehr zu erreichen ist.

Um 6.30 Uhr war es dann soweit. Ich stehe total erschöpft und kurz vor dem Übergeben am höchsten Punkt Afrikas. Was für ein Gefühl ... um ehrlich zu sein, ich hatte Wasser in den Augen. Ein unvergesslicher Moment in meinem Leben ... ein Moment von dem ich noch viel erzählen werde, eine Erinnerung von der ich vielleicht mal als alter Mann im Schaukelstuhl meinen Enkeln erzähle und ihnen versuche zu vermitteln, dass es sich lohnt die Welt zu erkunden.

Nach nur wenigen Minuten brechen wir wieder in Richtung BC auf, ich mache noch ein paar Fotos von der eisigen Umgebung und los geht es. Nach gut einer Stunde Weg sehen wir wieder das Base-Camp, weit weit unten im Tal. Ganz ehrlich, ich hab mich gefragt, wie in Gottes Namen komme ich da wieder hin, ich bin ja jetzt schon fix und fertig. Ich setze einfach nur noch einen Fuß vor den anderen, schwitze, stinke, bin müde, hab keine Lust mehr mich zu bewegen und überhaupt ... ICH WILL NICHT MEHR!

Pfff, das ist hier aber jedem egal ... ob ich will oder nicht, ich muss den Berg wieder runter. Um 11.30 Uhr bin ich dann im Bace-Camp, total geliefert und komplett überhitzt lege ich mich in mein Zelt. Einer der Träger bringt mir etwas zu trinken. Ahhh, das tut gut und es war Gott sei Dank nicht das beschissene 15 Minuten lange abgekochte Wasser. Bis 13.00 Uhr durfte ich mich noch ausruhen, dann ging es bereits weiter Richtung Regenwald Camp. Ja, Ihr habt richtig gelesen – wir sind noch am gleichen Tag von 4.600 Meter (BaseC) auf 3.000 Meter abgestiegen, das sind sage und schreibe noch einmal 1.600 Höhenmeter runter. Das alleine entsprich einem Abstieg von einem dreieinhalbtausender in den Alpen!

Im Regenwaldcamp angekommen, kann ich mich kaum noch darauf konzentrieren, wo ich eigentlich bin, wohin ich laufe und was ich will. Klitsche nackt (bis auf die Unterhose :-)) lege ich mich ins Zelt und will mich nicht mehr bewegen. Ich mache die Augen zu und mir flüstert ein kleiner Hatari Fan ins Ohr „Es ist geschafft, Du hast dir einen Kindheitstraum erfüllt“!

Am nächsten Tag laufen wir noch ca. 3 Stunden den Berg runter und verlassen mit dem Jeep den Kilimanjaro. Das, was ich die letzten Tage erlebt habe, muss ich unten im Tal erst einmal verarbeiten ... zu viele Eindrücke in zu kurzer Zeit!

Nach dem Kili haben wir noch zwei Tage auf Safari verbracht, die mich unglaublich beeindruckt hat. Es ist ein wahnsinniges Gefühl, 20 bis 30 Elefanten in einem ausgetrockneten Flussbett an sich vorbeiziehen zu sehen. Giraffen, Löwen, Affen, Flusspferde, Zebras, Wasserbüffel und Tausende von Vögel, alles war dabei. Eine solche Safari kann ich jedem nur empfehlen. Zudem ist das auch die beste Möglichkeit, um sich vom Berg etwas zu erholen, bevor man dann wieder in den Flieger Richtung Heimat steigt.

Im übrigen, Hatari wurde in Arusha und am Lake Manyara gedreht, genau dort wo wir auch waren ... das kann kein Zufall sein!

Das war’s vom Kilimanjaro, wir sehen uns in den Bergen ... bis dahin Berg heil!
 
 
Wenn Sie den Kilimanjaro gut betreut mit einem deutschen Bergführer besteigen möchten, dann empfiehlt Ihnen World-Pictures die Bergschule OASE AlpinCenter aus Oberstdorf.
www.oase-alpincenter.de
 
 
© Jörg Jahn • post@world-pictures.de