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Italien 2008 • Dolomiten Höhenweg Nr. 2
 

Während meiner langen Anfahrt nach Südtirol, freue ich mich wie ein Schnitzel auf die bevorstehende Dolomiten Tour. Schon lange wollte ich eine Mehrtages-Wanderung durch die markanten und schroffen Felsen der Dolomiten machen – nun endlich ist es soweit. Pünktlich um die Mittagszeit komme ich in St. Ulrich, der Seilbahn Seceda an. Ich genehmige mir noch einen Snack bis der Rest der OASE AlpinCenter Gruppe da ist und los geht´s.

Auf dieser Tour müssen wir ausnahmsweise einmal die ersten Meter nicht zu Fuß hoch, die Seilbahn Seceda nimmt uns die Anstrengungen ab und bringt uns gemütlich den Berg hinauf. Oben angekommen traue ich meinen Augen nicht, bei super schönem Wetter genießen wir eine Aussicht über die Dolomiten, die seines gleichen sucht. Das ganze hier sieht aus, als blicke man auf eine riesen große Eisenbahn!

Bis zur ersten Hütte, ist es nicht weit, mit ausreichenden Pausen erreichen wir nach ca. 2 Stunden unser Tagesziel. Am späten Nachmittag lassen wir den Anreisetag in gemütlicher Runde auf der Hütte ausklingen. Ah, so ein Radler in der schönen warmen Sommer-Sonne tut halt einfach gut!

An unserem zweiten Tag geht es pünktlich um 8.00 Uhr weiter. Das nächste Ziel ist die Puez-Hütte. Nach einem super schön gelegenen Höhenweg erreichen wir diese bereits zur Mittagszeit. Die Gruppe ist nett, wir verstehen uns alle und gut geführt von Thomas Dempfle dem Chef des OASE AlpinCenter´s kann das nur eine erfolgreiche Woche werden. In lustiger Runde ruhen wir uns auf der Wiese hinterm Haus etwas aus, um dann am Nachmittag frisch gestärkt den Piz Puez mit seinen 2.846 Metern zu besteigen.

Der Aufstieg mit leichtem Gepäck ist kein Problem, nach etwas über einer Stunde stehen wir auf dem Gipfel. Belohnt werden wir mit einer super schönen Aussicht über das Dolomiten-Land. Einer nach dem Anderen verlässt nach 20 Minuten wieder den Gipfel. Gemütlich steigen wir den Berg wieder in Richtung Hütte ab. Es wird sich nett unterhalten und die ersten Lebensweisheiten werden ausgetauscht – eben wie auf jeder Tour am zweiten Tag. Das ist aber auch gut so. Schließlich ist es interessant mit fremden Menschen auf Tour zu gehen und mehr über diese zu erfahren.

Auch am Tag 3 lacht uns schon früh am Morgen die Sonne ins Gesicht. Wir spüren die warmen Strahlen auf der Haut und können es kaum erwarten los zu laufen. Die ersten Meter geht es schön dahin, bis wir zum Grödner Joch absteigen. Fast schon erschrocken reagiere ich auf die ersten Fahrzeuge nach nur wenigen Tagen ohne Lärm. Das muss wohl die Liebe zur Natur sein J. Nach einer kurzen Pause am Pass-Restaurant geht es dann den Sella-Stock hoch. Schon als kleines Kind hat mich dieses Bergmassiv beeindruckt und heute nun ist der Tag wo ich endlich da hoch gehe. Oben angekommen, bewegt man sich in einer anderen Welt, wie auf dem Mond sieht es hier aus. Das Leben von Tieren und Pflanzen ist auf dem ersten Blick nicht zu erkennen – kein Wasser, kein Leben!

An unserem Tagesziel der Bamberger Hütte angekommen, ruhen wir uns von dem anstrengenden Tag erst einmal aus. Duschen ist Fehlanzeige, es wird sich abenteuerlich im Gang mit eiskaltem Wasser gewaschen. In der kommenden Nacht schlafen wir alle gut, das war nach der anstrengenden Tour vom Vortag auch nötig.
Am nächsten Tag geht es in der früh auf zum höchsten Gipfel des Sella-Stock´s den Piz Boe. Ohne Gepäck, das bleibt auf der Hütte, brauchen wir gut eine Stunde bis wir oben sind. Leider hat es während des Aufstieges zugezogen, oben am Gipfel angekommen, sehen wir ausser einer weißen Wand, so gut wie nichts. Egal, das gehört auch mal dazu, man kann nicht immer Glück haben.

Zurück auf der Hütte schnappen wir uns unsere Rucksäcke und verlassen über die Seilbahn den Sella-Stock in Richtung Marmolada. Einmal rund herum und wir sind auf der Südseite direkt unter der Marmolada-Südwand. Was für ein absolut geiler Berg, auf der Nordseite Gletscher und Eis, auf der Südseite eine 1000 Meter hohe Steilwand. Mehr Gesichter kann ein Berg nicht haben. Auf der Falier Hütte genießen wir den gemeinsamen Abend.

Weiter und immer weiter laufen wir am 5. Tag Richtung Süden, die grandiosen Dolomiten zu unserer rechten und linken Seite. Ich kann mich an den Felstürmen gar nicht satt genug sehen. Für mich immer noch unglaublich das diese ganzen Steinmassen vor langer Zeit einmal unter Wasser waren.

Auch am frühen 6. Tag ist die Sonne unser gewohnter Begleiter, am Morgen bereits trennt sich die Gruppe. Ein teil geht den Normalweg, eine andere startet einen Höhenflug in Richtung Tagesziel. Ich gehe den Normalweg, bin ja schließlich nicht auf der Flucht ;-)! An unserem letzten Abend sitzen wir aber alle wieder vereint am Tisch, erzählen in gemütlicher Runde und fallen nach viel Wein gemeinsam ins Bett.

Der 7. und letzte Tag ist erwacht, nach dem Frühstück gibt es noch ein Gruppenbild, wir besteigen bei Regen den kleinen Hausberg und fahren klitschnass mit der Bahn Richtung Tal. Unten angekommen, gibt es in der Dorfgaststätte leckeren Kuchen und Kaffee – wir genießen die letzten Minuten in der Gruppe, bevor wir in kleinen Gruppen wieder zurück nach St. Ulrich gebracht werden.

Währen der Fahrt dort hin kämpfte ich um mein Leben, ich bin sonst ein echt zäher Kerl, aber mit einer Passfahrt auf dem Beifahrer oder Rücksitz kann man mich echt ausknipsen. Nach nur 10 Minuten Fahrt hatte ich schon pelzige Finger, war kreidebleich und kurz vorm Kotzen. Hätte ich die Wahl gehabt, ich wäre lieber wieder zurück gelaufen!

Die Dolomitendurchquerung war eine super schöne Tour ... Prädikat empfehlenswert!

Thomas, danke noch einmal für alles!

 
 
Wenn Sie den Dolomiten Höhenweg Nr. 2 gut betreut mit einem Bergführer gehen möchten, dann empfiehlt Ihnen World-Pictures die Bergschule OASE AlpinCenter aus Oberstdorf.
www.oase-alpin.de
 
 
© Jörg Jahn • post@world-pictures.de